Jahresbericht / Presseinformation

Neuer Vorstand bei Kalker Geschichtswerkstatt

Auf der Jahreshauptversammlung der Kalker Geschichtswerkstatt am 10. März 2020 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Der bisherige Vorsitzende Eberhard Becker hatte nicht mehr kandidiert, weil er aus Kalk verzogen war. Neuer Vorsitzender wurde der Historiker Dr. Fritz Bilz. Zu seinem Stellvertreter wurde Peter Zillig und zum Kassierer Karl-Heinz Fuchs gewählt.
Vorher berichtete der Vorstand über die Aktivitäten des Jahres 2019. Allein vier historische Führungen wurden zur Industriegeschichte Kalks angeboten, davon vier geschlossene und eine offene.
Außerdem nahmen wir an einer durch den Verein „Dokumentationsstätte Kalter Krieg“ angebotenen Führung speziell für Werkstattmitglieder durch den Atombunker Kalk in der U-Bahnhaltestelle Kalker Post teil.
Auch bei dem bundesweit durchgeführten „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Motto „Umbrüche in Kunst und Kultur“ am 7. September 2019 beteiligte sich wiederum die Geschichtswerkstatt. Rund 20 Teilnehmer waren interessiert.
Rege Beteiligung durch die Geschichtswerkstatt Kalk konnte auch die Veranstaltungsreihe „Memory Station Kalk“ verzeichnen. Einzelne Mitglieder berichteten bei der Eröffnungsveranstaltung über ihre Bezüge zu Kalk. Dies fand Niederschlag in der daraus erstellten Dokumentation.
Großen Raum nahmen die Vorbereitungsarbeiten für das kleine Handbuch „Lexikon Kalk/Lexikalk“ ein. 67 Begriffe wurden durch vier Autoren der Werkstatt erläutert und mit Unterstützung der Aktion „Wir gestalten – Starke Veedel – Starkes Köln“ publiziert. Dieses Heft gibt es kostenlos in einzelnen Kalker Geschäften und dem Bürgeramt Kalk.
Im September erfuhr die Geschichtswerkstatt, dass die öffentliche Gedenktafel im Zuge des Umbaus der Apotheke an der Kalker Hauptstraße verschwunden war. Die Initiatoren dieser Plakette – Bezirksvertretung Kalk, Bürgerverein Kalk und Geschichtswerkstatt wandten sich an die Hausverwaltung der Haus und Grund, die zusagte, diese gerettete Plakette unverzüglich wieder anzubringen. Dies geschah erst Anfang November 2019. Aber die Plakette wurde nun über der Eingangstür aufgehängt. Die Inschrift ist zu hoch und dadurch nicht lesbar. Eine erneute Intervention durch die neue Bezirksbürgermeisterin, die sich dankenswerterweise sofort für eine Umhängung in Augenhöhe gegenüber der Hausverwaltung einsetzte, führte zur Zusage, dass dies bald geschehen würde. Zum Zeitpunkt der Jahreshauptversammlung war dies noch nicht vollzogen.

Viel Kraft kostete auch, die Abwehrstrategie gegen die AfD zu organisieren, die den Kölner Karnevalisten Karl Küpper für ihre Zwecke instrumentalisieren wollte. Zusammen mit dem Sohn Gerhard A. Küpper und der AG Arsch huh konnte der Kölner Stadtrat überzeugt werden, diese perfide Strategie durch eine fast einstimmige Ablehnung im Kölner Stadtrat zu durchkreuzen. Karl Küpper, der immer gegen die Nazis gekämpft hatte und sie lächerlich gemacht und verhöhnt hatte und dadurch Nachteile bis zur Verhaftung erleiden musste, hätte sich im Grabe umgedreht, wenn er davon erfahren hätte. Er wäre einer der schärfsten Kritiker dieser rechtsradikalen Partei gewesen.
Rund 10 Anfragen zu historischen Sachfragen Kalk betreffend sind kompetent von Mitgliedern der Geschichtswerkstatt beantwortet worden.
Zu Schluss dankte der neu gewählte Vorsitzende Fritz Bilz dem ausgeschiedenen Vorsitzenden Eberhard Becker für seine über zehnjährige unermüdliche Tätigkeit für den Verein.
Für 2020 sind schon mehrere Führungen geplant und gebucht. Mitglieder der Geschichtswerkstatt werden das Schicksal von zwei am  3./4. März 1933 von SA ermordeter Kalker Arbeiter im Landesarchiv erforschen, dokumentieren und in einer öffentlichen Veranstaltung an der Orten des Geschehens in Kalk durch Stolpersteine an sie erinnern.